Engagement entwickeln & vorantreiben: traditionsbewußt & modern zugleich
Notiert von jor ~ 7. September 2013 ~
Zu 25 Jahre Hilfsbereitschaft, unserem Jubliäum, an dem wir gemeinsam zurück und nach vorne schauend, diskutierend, plaudernd und feiernd in die berliner-engagement-woche starten wollen, schreibt uns Holger Backhaus-Maul, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, heute ins Tagebuch:
Die Jahreszahl „25“ hat schon fast etwas Magisches in der Welt kurzlebiger Projekte und Ideen. Beim Treffpunkt Hilfsbereitschaft verweist sie auf eine innovative Christdemokratie, die die Tradition des Ehrenamtes mit der neuen Gedankenwelt von sozialen Bewegungen und Selbsthilfegruppen verknüpfte. „BE Berlin – Bürgerschaftliches Engagement Berlin“ bedeutete damals Avantgarde zu sein. Freiwilligenagenturen als Mittler, Entwickler und Protagonisten eines zugleich modernen und traditionsbewussten Engagements galten als ideale und passende Antwort auf gesellschaftspolitische Fragen der Zeit. Und der Treffpunkt Hilfsbereitschaft ist seitdem – vor allem in der Person von Carola Schaaf-Derichs – in der Stadt präsent.
Aber auch nach Jahrzehnten hat sich diese moderne Organisationsform – trotz fundierter Begründungen – immer noch nicht durchgesetzt und etabliert. Erfolgreiche junge Beispiele von Freiwilligenagenturen, wie etwa in Treptow-Köpenick unter der Ägide von Stefanie Beerbaum bilden immer noch die Ausnahme. Und die Gründe für diesen verhaltenen Erfolg? Ist es die Widerspenstigkeit oder die Trägheit etablierter Organisation, die lange Dauer von Reformen und Innovationen oder sind Freiwilligenagenturen auch nach Jahrzehnten immer noch ein Fremdkörper im institutionellen Gefüge öffentlicher Verwaltungen und freigemeinnütziger Verbände, – oder vielleicht sogar die falsche Antwort auf die Ausgangsfrage? Aber was war eigentlich noch die kritische Ausgangsfrage?
Zunächst aber sollte bedenkenlos gefeiert, gedankt und gratuliert werden: „Chapeau!“




