Engagement entwickeln & vorantreiben: traditionsbewußt & modern zugleich

Holger Backhaus-Maul

Zu 25 Jah­re Hilfs­be­reit­schaft, un­se­rem Jub­liäum, an dem wir ge­mein­sam zu­rück und nach vor­ne schau­end, dis­ku­tie­rend, plau­dernd und fei­ernd in die ber­­li­­ner-en­ga­ge­ment-wo­che star­ten wol­len, schreibt uns Hol­ger Back­haus-Maul, Mar­tin-Lu­ther-Uni­ver­si­tät Hal­le-Wit­ten­berg, heu­te ins Tagebuch:

Die Jah­res­zahl „25“ hat schon fast et­was Ma­gi­sches in der Welt kurz­le­bi­ger Pro­jek­te und Ideen. Beim Treff­punkt Hilfs­be­reit­schaft ver­weist sie auf ei­ne in­no­va­ti­ve Christ­de­mo­kra­tie, die die Tra­di­ti­on des Eh­ren­am­tes mit der neu­en Ge­dan­ken­welt von so­zia­len Be­we­gun­gen und Selbst­hil­fe­grup­pen ver­knüpf­te. „BE Ber­lin – Bür­ger­schaft­li­ches En­ga­ge­ment Ber­lin“ be­deu­te­te da­mals Avant­gar­de zu sein. Frei­wil­li­gen­agen­tu­ren als Mitt­ler, Ent­wick­ler und Prot­ago­nis­ten ei­nes zu­gleich mo­der­nen und tra­di­ti­ons­be­wuss­ten En­ga­ge­ments gal­ten als idea­le und pas­sen­de Ant­wort auf ge­sell­schafts­po­li­ti­sche Fra­gen der Zeit. Und der Treff­punkt Hilfs­be­reit­schaft ist seit­dem – vor al­lem in der Per­son von Ca­ro­la Schaaf-De­­richs – in der Stadt präsent. 

Aber auch nach Jahr­zehn­ten hat sich die­se mo­der­ne Or­ga­ni­sa­ti­ons­form – trotz fun­dier­ter Be­grün­dun­gen – im­mer noch nicht durch­ge­setzt und eta­bliert. Er­folg­rei­che jun­ge Bei­spie­le von Frei­wil­li­gen­agen­tu­ren, wie et­wa in Trep­tow-Kö­pe­nick un­ter der Ägi­de von Ste­fa­nie Be­er­baum bil­den im­mer noch die Aus­nah­me. Und die Grün­de für die­sen ver­hal­te­nen Er­folg? Ist es die Wi­der­spens­tig­keit oder die Träg­heit eta­blier­ter Or­ga­ni­sa­ti­on, die lan­ge Dau­er von Re­for­men und In­no­va­tio­nen oder sind Frei­wil­li­genagen­tu­ren auch nach Jahr­zehn­ten im­mer noch ein Fremd­kör­per im in­sti­tu­tio­nel­len Ge­fü­ge öf­fent­li­cher Ver­wal­tun­gen und frei­gemein­nüt­zi­ger Ver­bän­de, – oder viel­leicht so­gar die fal­sche Ant­wort auf die Aus­gangs­fra­ge? Aber was war ei­gent­lich noch die kri­ti­sche Ausgangsfrage?

Zu­nächst aber soll­te be­den­ken­los ge­fei­ert, ge­dankt und gra­tu­liert wer­den: „Cha­peau!“